Ob Fotos und Videoaufnahmen der letzten Ereignisse, Worddokumente der Schule oder des Studiums, jeder von uns braucht Speicherplatz. Wohin wir unsere Dateien speichern ist unterschiedlich. Manche speichern alles chaotisch auf dem Desktop oder in irgend einen zufälligen Ordner, andere nehmen sich Zeit und bauen eine gute Ordnerstruktur auf. Doch ein Problem haben wir alle. Ein Problem, das uns seit Anbeginn des Personal Computer begleitet: Wie bringe ich meine Dateien auf dieses oder jenes andere Gerät (sei es Smartphone, Tablet oder Laptop).

Unsere moderne Welt hat eine moderne Lösung für dieses Problem: Cloudspeicher. Doch was ist Cloudspeicher? Cloudspeicher bedeutet, dass Ihre Dateien nicht (nur) lokal auf dem Gerät, sondern extern auf einem Server gespeichert werden. Idealerweise können Sie Ihre Dateien und Dokumente auf alle Geräte Synchronisieren. So können Sie am Computer Ihre Bilder bearbeiten, auf dem Smartphone direkt auswählen und auf Instagram hochladen. Ist das nicht genial?

Ja das ist genial! Deshalb vergleichen wir heute vier gängige Anbieter von Cloudspeicher. Ich habe die verschiedenen Kandidaten auf Folgende Eigenschaften untersucht und verglichen:
• Preis und Gratisspeicher
• Integration mit dem Betriebsystem
• Eigenheiten und Features Christoph Schneider

Projektleiter IT, Humark

Google Drive

Google ist aus der digitalen Welt nicht mehr wegzudenken. Dies fängt bei der Googlesuche an und hört unter anderem bei Diensten wie GoogleDrive auf. Doch wie gut schneidet der sehr weit verbreitete Cloudspeicheranbieter ab?

Preis

Wie bei den meisten Google Produkten üblich, bekommt man auch bei GoogleDrive sehr viel kostenlos. Ganze 15 GB Gratispseicher werden einem angeboten, sobald man sich anmeldet. Wer mehr will, kann sich Speicher dazukaufen. Für 2.- CHF/Monat bekommt man schon 100 GB und für 100.- CHF/Monat stehen einem ganze 10 TB zur Verfügung.

Features

GoogleDrive ist stark integriert in das Google Ökosystem. Das bietet zahlreiche Vorteile. So wird zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Kollegen oder Mitschülern stark vereinfacht.
Google kann ausserdem Officedokumente lesen und anzeigen. Bearbeiten kann man diese auch, jedoch wandelt Google die Dokumente dann in ein eigenes Format um. Dieses kann jedoch wieder in einem Microsoft-Dokumentformat heruntergeladen werden.
GoogleDrive hat ein gutes Freigabe und Berechtigungssystem, mit dem individuell Berechtigungen vergeben werden können. Dazu muss der Empfänger nur einen Google- Account besitzen. Wenn man will, können auch ganze Ordner völlig öffentlich freigegeben werden.
Da GoogleDrive sehr weit verbreitet ist, gibt es dafür auch dementsprechend viele (wirklich Unmengen von) Erweiterungen, die einem das Leben einfacher machen. Hier gibt es von Zeichnungstools über Mindmaptools zu sogar iTunes Klonen wirklich alles.

Fazit

GoogleDrive bietet sich als Cloudlösung sehr gut an. Es ist weit verbreitet, hat viele Funktionen und ist gut in das Google Ökosystem integriert. Falls die 15 GB Gratisspeicher nicht reichen sollten, kann relativ preisgünstig mehr Speicher dazugemietet werden.

OS Integration

Google stellt einem für praktisch jede Plattform einen installierbaren Client zur Verfügung, mit welchem auf die Cloud zugegriffen werden kann. Auf dem Computer kann man zwischen einer vollständigen, oder Teilsynchronisation eines Ordners wählen.
Linuxbenutzer müssen auf OpenSource-Projekte setzen. Zahlreiche Lösungen sind meist genau so umfangreich wie die Google Lösung selbst.
Mit Google Fotos können Ihre Bilder automatisch in der Cloud gespeichert werden, sodass bei verlieren des Smartphones alle Bilder noch existieren. Dieses Feature gibt es für Android, sowie für IOS.

Dropbox

Dropbox Gründer und Erfinder Drew Houston entwickelte das Dropbox Konzept nachdem er in seinem MIT Studium zum tausendsten Mal seinen USB-Speicherstick vergessen hatte. Zuerst nutze er seine Erfindung ausschliesslich privat, doch bald erkannte er den Nutzen der die Software für seine Mitschüler bringen könnte. Nachdem er über die Investment Plattform Y Coordinator die nötigen finanziellen Mittel gesammelt hatte, gründete er die Firma Evenflow, die später zu Dropbox umbenannt wurde.
Das ehemalige Startup ist seit Jahren mit dabei an der Spitze der Cloudspeicher Anbieter und passt seinen Service laufend den aktuellen Bedürfnissen an.

Preis

Dropbox gab mir beim registrieren gerade mal schlappe 2 GB Gratisspeicher. Das ist weniger, als die meisten anderen Anbieter zur Verfügung stellen. Wenn man mehr will, kann man für 9.90 CHF/Monat ganze 1000 GB dazumieten. Das zweite Terrabyte gibt es für 19.90 CHF/Monat. Mehr Speicher gibt es nur für Businesskunden und Teams.

Features

Dropbox ist sehr schlicht, dies wiederspiegelt sich leider auch bei den Features. Vielmehr als eine Integration mit Office 365 und Office Online bietet Dropbox nicht. Der Cloudspeicher von Dropbox ist diese sehr ausgreift und erleichtert den Alltag unheimlich.

OS Integration

Für Computernutzer – sei es Windows, MacOS oder Linux – gibt es einen starken Client zum Installieren. Der Client passt sich an das Betriebssystem an und übernimmt alle nötigen Aufgaben im Hintergrund. Auf dem Smartphone kann ebenso bequem auf die gesamte Datenmenge zugegriffen werden. Ob Android- oder IOS-Nutzer spielt hier keine Rolle.

Fazit

Dropbox scheint etwas in die Jahre gekommen zu sein. Der hohe Preis und die fehlenden Features sind nicht Befriedigend. Trotzdem ist Dropbox weit verbreitet und gut in jedes Umfeld integrierbar.

OneDrive

Microsoft ist auch hier wieder mit vorne dabei und bietet der Konkurrenz die Stirn. Ursprünglich als Windows Live Folders, dann später SkyDrive und heute als Onedrive bekannt, ist der Cloudspeicherplatz mehreren Redesigns und Überarbeitungen unterzogen worden. Immer wieder musste Microsoft ihr Produkt dem Markt anpassen, was ihnen auch gut gelungen ist.

Preis

Microsoft gibt uns 5 GB Speicher geschenkt, sobald wir uns registrieren. Sind wir mit Onedrive zufrieden, können wir unseren Speicher erweitern. Für 1.95 CHF/Monat bekommen wir weitere 45 GB und landen somit auf 50 GB Cloudspeicher. Wer mehr will… nun ja… jetzt wird es eigenartig. Wenn man mehr will, muss man sich eine Office 365 Lizenz mieten. Diese kostet fast 69.95 CHF/Monat und stellt uns neben den gängigsten Office Anwendungen auch 1 TB Onedrive Cloudspeicher zur Verfügung.
Typisch Microsoft…

Features

Onedrive ist, wie der Name schon sagt, ein zentraler Ort für Ihre Dateien. Mit praktisch allen Microsoft Diensten und Applikationen kann darauf zugegriffen werden. Überall kann vom Speicherplatz Gebrauch gemacht werden. Sei es im Mail oder im Office Online. Onedrive ist in allen Microsoft Diensten super integriert und erleichtert einem mühsames Synchronisieren. Leider ist hier schon Schluss. Onedrive ist ein einfacher und gut integrierter Cloudspeicher, nichts weiter.

OS Integration

Da wir unseren Speicher gerade beim Hersteller des am weitesten verbreitetsten Betriebssystems beziehen – nähmlich Windows – können wir hier mit der besten OS Integration überhaupt rechnen. Im Explorer integriert, finden wir unseren Onedrive Ordner wieder. Auch Mac Nutzer können nicht klagen. Sogar die Smartphone Nutzer haben einen leistungsstarken Client zur Verfügung. Linuxbenutzer müssen logischerweise auf Opensource Projekte setzen, welche aber in vielen Distributionen schon mitgeliefert werden.

Fazit

Obwohl die Preispläne etwas speziell sind und die Features überschaubar sind, ist Onedrive eine gute Alternative zu anderen Cloudspeichern. Lohnen tut sich die schnell teure Anschaffung leider nur bis 50GB Cloudspeicher, oder wenn man so oder so tief in der Microsoft Welt integriert ist.

MEGA

In den letzten 2 Jahren wurde das Thema der Privatsphäre und der Datensicherheit immer wichtiger. Besonders Firmen wie Google, Microsoft und Amazon sind berüchtigt dafür, sehr viele Daten über ihre Nutzer zu sammeln. Wem es unwohl ist, seine gesamten Fotos, Videos und Dokumente auf die Server dieser Firmen zu laden, muss zum Glück nicht weit suchen. Dienste wie MEGA respektieren die Privatsphäre ihrer Nutzer und stellen diese in den Vordergrund. Doch wie genau machen sie das?
Ganz einfach: Der Nutzer lädt seine persönlichen Bilder und Dokumente mit dem MEGASync App (das auf allen erdenklichen Plattformen und Betriebssystemen verfügbar ist) auf die in Neuseeland positionierten Server hoch, um sie danach mit den anderen Geräten zu synchronisieren. Doch bevor die Daten das Gerät verlassen, werden diese verschlüsselt. Diese Verschlüsselung kann nur der Nutzer selber entschlüsseln. Das heisst, MEGA Ltd. Ihre Angestellten können selbst nicht auf die Daten ihrer Nutzer zugreifen, wie das Google und Microsoft können (und vielleicht auch tun). So kann man sicherstellen, das die Daten sicher und privat sind und dies auch bleiben.
Das kostet sicher extrem viel, oder nicht?

Preis

Nein! MEGA begrüsst uns sogar mit gewaltigen 50 GB Gratisspeicher, mehr als jeder andere Anbieter! Wer mehr will, kann schon für 5.69 CHF/Monat 200 GB Speicher mieten, für 11.40 CHF/Monat gibt es ein Terrabyte und für 22.40 sogar ganze vier Terrabyte!

OS Integration

Windows und MacOS sind wie immer sehr gut bedient, doch hier bekommen auch Linux Nutzer einen leistungsstarken MEGASync Client. Auch Android und iOS haben eine gut bedienbare App, die sich mit GoogleDrive messen kann. Zusätzlich können für alle gängigen Browser Extensions installiert werden.

Fazit

Nutzer denen die Privatsphäre wichtig ist, sind hier genau am richtigen Ort. Doch auch für den Otto-Normalverbraucher sind die relativ günstigen Preise und die grosszügigen 50 GB Gratisspeicherplatz sehr verlockend.

Features

Das grösste Feature hier ist die Verschlüsselung der Daten auf dem Gerät selbst. Ein weiteres Feature ist die Versionisierung von Dokumenten. Wenn man aus Versehen eine Datei überschrieben hat, kann diese von allen Geräten aus wieder gerettet werden. Auch das teilen von Dokumenten stellt kein Problem dar.

Abschliessende Wertung.

Meine Analyse hat zwei ganz klare Gewinner. Google und MEGA.

Google gewinnt ganz klar in den Punkten Preis und Features. Die Unmengen an Erweiterungen sind kaum von einem anderen Anbieter zu schlagen. 

MEGA gewinnt in den Punkten Datensicherheit und Preis. Niemand sonst kann die Menge an Datensicherheit und Privatsphäre bieten wie MEGA. Und das zu einem Preis der Google schon fast Konkurrenz macht.

 

Kontakt & Fragen.

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